halb tot, aber alle Ziele erreicht.
Also ich hab es geschafft! Platz 5602 in 4:25 Stunden.
Es war wirklich eine Grenzerfahrung. Normalerweise geht man davon aus, das nach km 30 der tote Punkt überschritten ist und von da an es eigentlich automatisch weiter läuft.
Bei mir wurde der Punkt immer toter und erst als ich im Ziel lag wurde es besser.
Dabei habe ich die ersten zehn km wirklich genossen, ich hab mir nette Partymusik angehört und hab einfach den Tag genossen. Das erste Lied war “Jesus walks with me” von Kanye West.
Das Wetter war geradezu perfekt, manchmal schien die Sonne und es wurde angenehm warm.
Ab km 30 fing das kämpfen an und wurde mit jedem km härter. Man überholt fast nur noch Läufer die am Anfang zu ambitioniert waren und dann kürzer treten mussten. Die emotionale Anspannung steigert sich immer weiter. Man redet sich immer mehr in Gedanken ein: “aufgeben oder stehen bleiben ist nicht einmal eine Option!” Der Kopf geht nicht mehr hoch um die Umgebung wahr zu nehmen sondern man achtet nur noch auf die Straße und die ewig nicht kommen wollende km Anzeige.
Die Musik im iPod wird lauter und härter, jeder Windzug wir wahrgenommen, jede kleine Steigung fühlt sich riesig an. Auf den letzten 800 Meter kommt ein kalter Wind von vorne - einfach nur weiter- bei 500 Meter steht der Trainer am Rand und man weiß man wird es schaffen.
Die letzte Kurve, die Festhalle - die Stimmung kommt mir gar nicht so überschwänglich vor- einfach nur durchs Ziel.
Die Zeit stoppen und in einer Ecke auf den Boden fallen. Die nächsten 40 min geht gar nichts mehr. Der Kopf ist hell wach, die emotionale Anspannung lößt sich, aber die Beine machen nichts mehr.
Die letzte Hürde sind max. zehn Stufen runter ins Forum, wo es Suppe, Wasser und RedBull gibt.
Bis ich zu hause bin vergeht eine Ewigkeit und vor dem Bett entleere ich noch Massen Franzbranntwein auf meine Beine. Man will zwar schlafen, aber der Kopf ist noch aufgedreht. Der Körper dagegen ist einfach nur am Ende.
Am nächsten Morgen wache ich auf und stelle fest das der Muskelkater gar nicht so schlimm ist und das sich Massen an Glücksgefühle im Körper breit gemacht haben.
Mein erstes Ziel war es durchkommen und wenn es geht unter 4:30 h.
Beides hab ich erreicht, allen Widerständen getrotzt und am Ende Neuland erreicht.
Filed by Sam at Oktober 31st, 2006 under Allgemein
Sau gut herzlichen Glückwunsch!
Und jetzt jeden morgen zur von der Haustür zur FoBu gejoggt
Kommentar von Rapha — 1. November 2006 @ 11:45