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Liebe Frauen,

Manchmal ist es gut über ein Gedanken erst eine Nacht zu schlafen bevor man ihn veröffentlicht. Hätte ich gestern Abend diesen Eintrag geschrieben wäre er eine böse Abrechnung mit dem Männer-gedisse in unser Gesellschaft geworden. Irgendwann kam mir die Idee es vielleicht ein wenig positiver rüber bringen zu wollen.

Frauen, Ladys, Mädels oder sonst wer sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlt, ich glaube ihr habt mehr Freiheit als ihr im Moment nutzt! Wow, was eine starke Aussage.

Nein wirklich, ihr kämpft für Gleichberechtigung, wollt die alten Gesellschaftsstrukturen ändern, wollt endlich weg vom Herd, aber leider höre ich zu häufig von von der Leyen und Co das es die Männer sind die sich ändern müssen. Aber wo bleibt ihr denn?

Was habt ihr mit der Freiheit gemacht die ihr bis jetzt erkämpft habt?
Ihr habt es geschafft das ihr euch jetzt auch hemmungslos besaufen könnt, auch Bier bei Mädels ist salonfähig geworden (wow, was für eine Errungenschaft).
Ihr habt ein Interesse an Paintball und Aktionfilmen entwickelt, dass ist wirklich cool.
Ihr seit in eurem Kleidungsstiel absolut autonom geworden, kein Mann für den ihr euch verbiegt oder der euch diktieren darf was ihr anzieht. Allerdings solltet ihr wissen das nicht immer weniger mehr ist. (Paris Hilton und Christina Aguilera sind bitches, wer sich so anzieht wie sie und vor allem so benimmt, sollte nicht erwarten anständige Kerle kennen zu lernen.) Und zu guter Letzt habt ihr euren sexuellen Spaß entdeckt. Ohne Scherz, als ich Teenie war, haben sich die Mädels immer beschwert das die Kerle immer nur das eine wollen und nicht reden könnten. Das dreht sich mittlerweile um, ich zitiere: „Wie soll ich mich für ein Kuchen entscheiden, wenn ich nicht weiß wie die anderen schmecken.“ Ich werde als Kerl da jetzt nichts gegen sagen, aber ob über die Quantität der Partner auch die Qualität kommt scheint für mich nicht offensichtlich.

Was will ich eigentlich? Im Endeffekt gehen die ganzen Forderungen an die Männer in die Richtung das sie Arbeiten die traditionell von den Frauen übernommen wurden jetzt geteilt werden. Damit hab ich kein Problem, denn ich kann einkaufen, putzen, waschen, bügeln und mich mit Kindern beschäftigen. (Ok, beim kochen muss ich passen)

Könnt ihr Frauen denn auch im Gegenzug den Job der Männer zum teil übernehmen? Ich meine damit nicht nur Geld zu verdienen. Die Frage ist, könnt ihr Prozesse in Teams, Organisationen und der Gesellschaft entdecken und auf sie angemessen reagieren? Könnt ihr neue Idee entwickeln, etwas aufbauen, Mehrwert schaffen? Oder seit ihr auf der Arbeit die Befehlsempfänger?

Hier mal ein Test:
Stell dir vor du hast eine Woche lang keinen Fernseher, du gehst in kein Kaffee und du triffst dich mit keinem Mädel zu tratschen.
Du ließt keine Zeitschriften über irgendwelche Promis oder VIP’s, du beschäftigst dich nicht mit den neusten Modetrends und gehst nicht zum shoppen oder zum Friseur.
Du ließt keine Romane um in eine Traumwelt abzutauchen. Dir ist für eine Woche egal was andere Mädels von dir denken und wie sie einen Nebensatz gemeint haben könnten.
Dir sind – nur für eine Woche – deine Gefühle mal egal.
Du beschäftigst dich nicht mit Kindern – das sollen ja die Männer übernehmen - und du unterdrückst dein Helfersyndrom und lässt alles was mit Sozialpädagogik zu tun hat neben liegen.

Was würdest du mit dieser Woche machen? Hier wird es wirklich interessant, hier kann dann eine Partnerschaft entstehen in der man zusammen in die gleiche Richtung arbeitet.

Versteht mich nicht falsch, ihr Frauen seit emotional einfach intelligenter. Lange genug haben Kerle sich gekleidet wie Aliens, bis eine Frau in ihr Leben kam. Hinter jeder gelungenen Kindheit stehen immer eine ganze Reihe an Frauen. Aber wenn eure Freiheit darin besteht mehr Gilmore Girls zu sehen (der Inbegriff für nervige Zicken) dann weiß ich nicht wieso wir eure Arbeit übernehmen sollen, wenn unsere dann liegen bleibt.

Ich schreibe das nicht weil ich keine Frauen kennen gelernt habe die Verantwortung übernehmen, ich schreibe das weil ich gesehen habe wie gut es ist wenn sie es tun. Es aber leider zu wenige von ihnen gibt.

Ok, jetzt dürft ihr freudig kommentieren.

Filed by Sam at April 9th, 2007 under Allgemein

Ohne mich als schlimmen Sexist outen zu wollen oder Ähnliches:
Ich habe mal gehört man sollte Positionen im mittleren Management einer Firma mit Frauen mittleren Alters besetzen da diese a) keine Mutterschutzgefahr mehr darstellen und b) deutlich günstiger als ihre männlichen Gegenstücke zu beschäftigen sind…..
(das ist so das erste was mir in den Kopf geschossen ist bei deinem Post ;))

Kommentar von Rapha — 10. April 2007 @ 03:09

Liebe Frauen, wenn Ihr diesen überaus strukturierten und feinfühlig formulierten Blog lest, der v.a. dadurch zu glänzen vermag, der dort so gar keine Bewertungen enthalten sind ( grins), und ihr Euch dennoch aufregt, dann werdet Ihr davon ausgehen müssen, das der Autor u.U. doch partiell recht geschrieben hat, oder?
(Wie lobe ich mir in diesem Kontext doch die Untermieter unserer Gemeinde, deren Mitglieder Russlanddeutsche).
Sam, Du beweist einmal mehr, das Jungend und Weisheit kein Gegensatz bedeuten muss und ich bewundere Deinen Mut Dich gegen die emanzipierte Front der v.a. weiblichen Sozialpädagoginnen zu stellen. Läufst Du doch Gefahr, in einem Schwall von Diskussionen unterzugehen. Ich sage nur: Jede Frau braucht einen starken Papa.

Kommentar von Das Selbstobjekt — 17. April 2007 @ 02:34

Nachtrag: Da es eben mitten in der Nacht ist ( 11.30 Uhr) und ich erst aufgestanden bin, bitte ich diese Rechtschreibfehler zu übersehen.

Kommentar von Das Selbstobjekt — 17. April 2007 @ 02:36

Okay, ich weiß das ich ein wenig spät bin.
Ich finde diesen Eintrag wirklich gut (und das als Frau und Sozialpädagogin);-) Mir gehen diese pseudo Emanzen echt auf den Keks, die sich ständig beschweren, aber nix selber auf die Reihe kriegen oder mal eingeninitiativ handeln. Bei mir im Studiengangn gab es davon einige. Wenn man was haben will, muss man es sich nehmen und dann nicht wegen den Konsequenzen meckern. Wer Mutter sein will muss sich dafür die Zeit und die Energie abzapfen. Wer Arbeiten gehen will eben dafür und wer beides will muss damit rechnen dass sein Kind von jemend anderem erzogen wird und plötzlich die Kindergärtnerin lieber mag, als einen selbst. Nur jammern ist da nicht angebracht. Männer und Frauen sind da um sich zu ergänzen, ob das in einer Familie ist, oder in der Anwaltskanzlei ist dabei eher Nebensache. Jeder sucht sich seinen Weg selber aus.

Kommentar von elli — 22. Juni 2007 @ 02:04

Sam, ich lieb deine gedanken einfach. schon immer was ich die letzten jahre gelesen hab. Wollte dich einfach mal darin bestätigen das es total inspirirend sein kann wie du dich mit themen auseinadersetzt. Weiter so ;-)

gruß,
Dennis (haben uns vor x jahren mal auf nem mog getroffen, bestimmt schon 10 jahre her oder so…)

Kommentar von Dennis Müller — 10. August 2007 @ 06:04

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